Endlich schob die Mutter den Teller zurück und erhob sich, um ihren allabendlichen Platz am Krankenbett einzunehmen.

Da stand auch Max auf, räusperte sich heftig und stieß heraus:

»Mutter, ich habe den Hermann heute Abend vom Hofe weisen müssen.«

Die Alte hatte sich an das Fenster gestellt und schaute schweigend in die Dunkelheit hinaus. Bei des Sohnes Worten wandte sie sich langsam um und versetzte:

»Ich habe es gehört.«

»Es ist nicht das erste Mal gewesen, daß ich mich über ihn sehr ärgern mußte. Er hat viel Gutes, aber sein Wesen gefiel mir trotz alledem nicht. Er wollte nur immer allein anordnen und unterließ oft mich zu fragen, bevor er wichtige Dinge ausführte. Hinterher erst erfuhr ich’s. Aber man kann ja nicht überall sein. Ich werde ihn in der ersten Zeit recht vermissen, dann wird es aber umso besser gehen. Was meinst Du darüber?«

»Du wirst wissen was Du tust,« entgegnete die Freihoferin kurz.

In Max regte sich der Unmut bei diesen Worten, und er wäre gern aufgefahren, aber es war ja seine Mutter die so sprach, und er hatte es von Jugend auf nicht anders gekannt, als sich ihr unterzuordnen. Noch niemals war es ihm in den Sinn gekommen, sich gegen sie aufzulehnen. Deshalb unterdrückte er seine Verstimmung und sagte nur:

»Es war anders nicht möglich, ich mußte ihn fortschicken.«

»Du bist der Herr auf dem Freihofe,« klang es zurück.