Das Mädchen seufzte wieder, antwortete aber nicht.

»Und wenn es unsere leiblichen Eltern wären, sie hätten nicht besser an uns handeln können,« murmelte er.

Die Schwester nickte stumm und senkte den Kopf auf die Brust.

Da fuhr sie plötzlich in die Höhe. Der Tür näherten sich stampfende Schritte, und gleich darauf trat Feldwebel Mißbach in die Stube.

»Na, Junge, da bist du ja schon!« rief er Heinrich zu, der sich beim Eintreten des Vaters unwillkürlich aus seiner bequemen Haltung aufgerichtet hatte.

»Linchen, schaff' Nahrung!« fuhr Mißbach die Tochter mit lauter Stimme an, »ich habe einen wahren Wolfshunger.«

Mit Hast schlug das Mädchen die Doppeltür des Küchenschrankes auf, während Mißbach den Säbel abschnallte und an den eisernen Haken am Türgewände aufhing. Dann zog er den Waffenrock aus und fuhr in eine alte, tuchene Ärmelweste, deren niedriger Kragen mit einer schmalen, weißgrünen Bandborte und zwei Wappenknöpfen besetzt war.

»Steh' nicht wie ein Pfahl, Junge!« rief Mißbach mit seiner schallenden Stimme. »Jetzt ist's aus mit den Honneurs. Hier bist du gemütlich zu Hause. Nicht wahr, Linchen?«

Das Mädchen lächelte demütig.

»Setz' dich da her, Heinrich! Und du trag' auf!«