»Ich habe mit dir sofort nach dem Befehlschreiben zu sprechen!«

Heinrich ahnte nichts Gutes und begab sich in die väterliche Wohnung. Der junge Mann war tief bedrückt. Durch die Konsignierung der Truppen war es ihm nicht möglich gewesen, die Kaserne zu verlassen, um zu Marschalls zu gehen. Er wußte nicht, wie es mit der Kranken stand, und die Besorgnis um sie quälte ihn fürchterlich.

Linchen empfing den Bruder mit tief bekümmertem Gesicht. Auch sie litt schwer unter der Ungewißheit.

»Der Vater ist vorhin hier gewesen,« sagte sie trostlos. »Er war ganz wild auf dich.«

Heinrich legte die Hände auf die Patronentasche und zuckte verächtlich mit den Achseln.

»Wenn wir nur etwas von der Madam wüßten, Linchen, das ist mein ganzer Kummer,« sagte er. »Hättest du wirklich nicht einmal hinüberhuschen können?«

»Du glaubst nicht, wie der Vater auf mich aufgepaßt hat,« antwortete die Schwester. »Nicht eine Stunde lang hat er mich aus den Augen gelassen. Ich befürchte bald, es ist ihm hinterbracht worden, daß du immer drüben gewesen bist. Das wäre ja fürchterlich!«

Heinrich murmelte etwas Unverständliches.

Da schlug das zitternde Mädchen die Arme um seinen Hals und zog ihn zu sich herab.

»Ach, Heinrich,« stammelte sie mit zitternder Stimme, »mir ist so bange!«