»Sei ruhig, Linchen,« tröstete der ungeschlachte Bursche und tätschelte liebevoll die bleichen Wangen seiner Schwester. »Es wird wieder einmal ein Donnerwetter geben. Das sind wir doch schon gewohnt.«
Das Mädchen erschauerte tief, als wenn sie ein furchtbares Verhängnis ahne.
»Sei geduldig, lieber, guter Heinrich,« flehte sie, »– antworte ihm nicht, – kein Wort sage zu allem, – was er auch vorbringen mag.«
Heinrich nickte.
»Versprich mir's,« stammelte Linchen mit fliegendem Atem.
»Ja doch,« antwortete er ungeduldig.
Da klang draußen Stampfen, und die Tür flog auf. Feldwebel Mißbach trat ein. Sein Gesicht war von Zorn gerötet. Er warf das dicke Notizbuch auf den Tisch und schrie:
»Lump, meineidiger! Du hast dein Versprechen nicht gehalten.«
Heinrich blickte beiseite. In so maßloser Wildheit mochte er seinen Vater erst recht nicht sehen.
»Ich habe nichts versprochen,« antwortete er verbissen.