»Warum hast du meinem Befehl nicht gehorcht?« schrie Mißbach noch ärger.
Heinrich schwieg.
»Rede!« donnerte Mißbach.
»Ich konnte nicht.«
»Du konntest nicht? Du konn – test – nicht? – – Heiliggottverdammich, so rede doch, warum du nicht konntest!« Die Stimme schlug ihm über.
»Gegen seine Natur kann niemand,« antwortete Heinrich mit unnatürlicher Ruhe. »Marschalls haben an mir gehandelt wie Eltern.«
»Ungeratener!« schrie Mißbach in so fürchterlichem Ton, daß Linchen entsetzt zusammenfuhr. »Hund von einem Sohn! Ich wünschte, du wärst schon frühzeitig krepiert, anstatt ein solcher Schuft geworden!«
Heinrichs starker Körper bebte. Da sah er in Linchens totenblasses Gesicht. Ihre Augen waren mit herzzerreißendem Flehen auf ihn gerichtet. Das gab ihm die Kraft, seine furchtbare Erregung niederzuzwingen.
»Und dieser Advokat, der ehrlose Lump, litt es!« fuhr Mißbach von neuem auf. »Der König- und Landesverräter …«