»Dort,« erwiderte der Unteroffizier und zeigte in die Richtung.

Aber schon hatte der Fragende seinen Braunen gespornt und flog auf die dichte Gruppe in der Mitte des Kasernenhofes zu. Kurz vor dem Regimentskommandanten parierte der Generalstäbler sein Pferd und legte die Hand an den Helm:

»Befehl des Herrn Kriegsministers! Das Regiment soll mit einem Bataillon unverzüglich das Königliche Schloß besetzen. In einer Stunde sollen drei Kompagnien nach dem Zeughaus marschieren; der übrige Teil des Regiments soll gleichzeitig ins Schloß folgen!«

Der Oberst dankte und wandte sich – ohne noch eine Frage an den Überbringer des Befehls zu richten – in vollkommener Ruhe wieder zu seinen Offizieren.

»Das I. Bataillon nach dem Schloß abrücken. Die 5., 9. und 10. Kompagnie marschieren in einer Stunde unter Herrn Hauptmann von Falkenstein nach dem Zeughaus ab. Die übrigen Kompagnien des Regiments folgen dem I. Bataillon unter Herrn Major von Egidy zu derselben Zeit in das Schloß! Ich reite mit dem I. Bataillon.«

Nun folgten noch ein paar kurze Weisungen der Bataillonskommandanten. Dann senkten die Hauptmänner die Degen und eilten zu ihren Kompagnien zurück.

Leutnant Allmer stand mit tiefernstem Gesicht vor der 4. Kompagnie. Die Mannschaften harrten in stummer Erwartung. In der Kompagnie nebenan ging Feldwebel Mißbach aufgeregt hinter dem dritten Glied entlang und rückte an den Tornistern herum.

Da kam Oberleutnant Wetzig zurück.

»Die 4. Kompagnie besetzt das Prinzenpalais!« rief er. »Ich erwarte von euch die größte Aufmerksamkeit und während des Marschierens peinliche Ordnung. – – Lieber Allmer,« sagte er leise zu Kurt, »nun aber frischen Mut. Jetzt wird's Ernst!«

»Sie können unbedingt auf mich rechnen, Wetzig,« antwortete Kurt bedeutungsvoll und ging auf den Flügel seines Zuges.