Kampf an der Ecke Wallstraße-Scheffelgasse.

Neuntes Kapitel

Am jenseitigen Ufer dehnte sich die Wiese bis zum Eliasfriedhof. Heinrich ging langsam darüber hinweg. Die große Erregung und das anhaltende rasche Laufen hatten ihn außer Atem gebracht. Hier war er in Sicherheit!

Wohl fühlte er sein Gewissen schlagen, wenn er an den Schritt dachte, den er getan. Aber er war frei! Das war ein köstliches Gefühl, wie er es noch nie empfunden hatte. Er hätte es nicht ausgehalten, sein Leben lang in der Kaserne zu verbringen. Nein, er hätte es nicht gekonnt, und wenn er sich die ewige Seligkeit damit verdient hätte! In den letztvergangenen Tagen war er fast tiefsinnig geworden. Die meisten seiner Kameraden waren immer fröhlich und gern Soldat. Er hatte sie nie begriffen!

Jetzt näherte er sich den ersten Häusern der großen Ziegelgasse. Da sah er am oberen Ende der schmalen Gasse einen hohen Bau, der den Weg sperrte. Es war die äußerste Barrikade in der Pirnaischen Vorstadt.

Als Heinrich die Barrikade erreicht hatte, umringten ihn ein paar finsterblickende Bewaffnete und erkundigten sich nach seinem Begehr.

»Kämpfen will ich,« sagte er.