Da traten zwei Ärzte in den Saal. Der ältere von ihnen war der Leiter der Klinik, Professor Richter. Sie gingen von einem Bett zum andern, maßen die Temperatur der Fiebernden, erneuerten die Verbände und gaben der begleitenden Pflegerin Verhaltungsmaßregeln.

Als sie zu dem alten Mann traten, erklärte dieser, daß ihm nichts mehr fehle, und daß er die Klinik verlassen würde.

Jetzt wandte sich der Professor zu Heinrich und untersuchte ihn.

»Schwere Gehirnerschütterung,« sagte er zu seinem Begleiter, »die eine tiefe Ohnmacht zur Folge hatte. Der Mann muß eine Riesennatur haben, sonst wäre er nicht so glimpflich davongekommen. Sie sind entlassen.«

Mit diesen Worten wollte er sich zum nächsten Kranken wenden, als sein Blick auf Heinrichs Gesicht haften blieb. Sinnend betrachtete er ihn eine kurze Weile. Dann beugte er sich zu ihm nieder und fragte leise:

»Sind Sie nicht Heinrich Mißbach?«

Heinrich schwieg. Aber er fühlte, daß er rot wurde.

Professor Richter schüttelte den Kopf und maß den Liegenden mit einem vorwurfsvollen Blick. Heinrich konnte den Blick nicht aushalten und schlug die Augen nieder. Er kannte den Professor seit vielen Jahren und wußte, welch hohe Achtung er im Marschallschen Hause genoß.

Mittlerweile hatte sich der alte Mann angekleidet, und Heinrich beeilte sich, ebenfalls rasch fertig zu werden. Der Boden des Klinikums brannte ihm unter den Füßen.