»Herr Kommandant, Herr Kommandant! Ich habe Ihnen eine Meldung abzustatten!«
Der Gerufene vernahm die Stimme und ging zu dem auf der Leiter Stehenden zurück.
»Was bringen Sie?« fragte er, sich zu ihm hinabbeugend.
»Die Wache auf dem Kreuzturm hat vor einer halben Stunde mit dem Fernrohr beobachtet, wie ein Bataillon vom Berliner Alexanderregiment auf dem Neustädter Bahnhof ausgeladen worden ist.«
Der Kommandant fuhr erzürnt auf.
»Fremde Truppen im Land? Das ist Verrat am eigenen Volk! – Aber laßt sie nur kommen,« fügte er lächelnd hinzu, »wir werden ihnen schon heimleuchten! Wie steht es auf dem Neumarkt?«
»Die Unsrigen halten sich vortrefflich. Die beiden Hotels werden jetzt von der Augustusstraße her mit Kanonen beschossen. Aber die Kugeln richten wenig Schaden an. Die Verluste der Truppen sind größer als die unsern.«
»Bravo, bravo!« rief der Kommandant. »Und wie sieht's im Zwinger aus?«
»Das Leibregiment hat den Wall und den Mathematischen Salon besetzt. Dort sitzen sie wie in einer Mausefalle. Das Feuer vom Turmhaus an der Ostra-Allee und von der Spiegelfabrik am Postplatz räumt furchtbar unter ihnen auf.«
»An dieser Stelle steht das Gros der Turner,« versetzte der Kommandant frohlockend. »Ein wackres Korps, diese Turnerschaft, schlägt sich ausgezeichnet!«