»Du – gehst – fort?« sagte sie mit Grabesstimme und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Valentine nickte.

»Einige Tage werde ich nicht zu Hause sein, vielleicht auch länger. Wer kann's wissen.«

»Jetzt willst du hinaus auf die Gasse, wo es draußen so gefährlich ist? Und auf so lange Zeit? Was willst du denn eigentlich tun? Du wirst doch nicht etwa mit schießen wollen?«

»Nein,« antwortete Valentine, »ich werde nicht kämpfen. Aber die Verwundeten will ich pflegen helfen!«

Friedchen starrte die Nichte an. Auf ihrem Gesicht stand grenzenlose Bestürzung. Endlich rief sie:

»Ja, wie kommst denn du gerade dazu? Laß das doch die andern tun!«

»Es werden Pflegerinnen gebraucht, und wie Professor Richter erzählte, herrscht großer Mangel daran. Deshalb will ich ihm meine Dienste anbieten.«

Friedchen schauerte in sich hinein und zog die Zipfel der Nachtjacke über der Brust zusammen.

»Valentinchen, liebes Kind, bleib' hier und laß die draußen ihre Kranken allein warten,« wimmerte sie. »Warum haben sie angefangen.«