Marschall schüttelte den Kopf und sagte mit Nachdruck:

»Jetzt, wo alles auf dem Spiel steht, gehöre ich auf meinen Platz.«

Da versuchte es Frau Marschall nicht noch einmal, ihren Mann zum Bleiben zu bewegen.

Inzwischen hatte Anna Kaffee gekocht und brachte ihn herein.

»Der schöne Sonntagmorgen,« sagte sie, das Fenster öffnend, »heute werden wir die Glocken vom Kreuzturm wohl nicht zu hören kriegen.«

Als unmittelbare Antwort darauf krachte von der Schloßgassenbarrikade her ein Schuß, dem alsbald weitere folgten. Nach wenigen Minuten war das Gewehrfeuer wieder zu seiner vollen Stärke angewachsen, um bis in die sinkende Nacht anzuhalten.

Frau Marschall hatte beim Rollen des ersten Schusses verstohlen geseufzt. Als sie aber sah, wie ihr Mann verstört auffuhr, haschte sie nach seiner Hand und zog sie auf das Deckbett nieder.

»Bleibe noch eine Weile bei mir,« bat sie weich. Daß sie aber plötzlich eine große Bangigkeit verspürte, verschwieg sie ihm. Da schlugen die Uhren von den Kirchtürmen die vierte Morgenstunde.

»Hier riecht es ja so sengrig,« sagte Anna, als sie wieder hereinkam, um das Kaffeegeschirr zu holen.