Advokat Marschall taumelte.
»So ist es,« versetzte der Sprecher, »es kann gleich losgehen. Wir haben ein Faß Öl und ein Faß Pech mitgebracht. Das schütten wir im Treppenflur aus und brennen es an.«
»Ihr Wahnsinnigen!« rief Marschall außer sich, »was soll denn das heißen?«
Da nahm ein anderer in unverfälscht Leipziger Mundart das Wort und antwortete mit einem Klang von gutmütigem Bedauern in der Stimme:
»Sie, mei Gudster, härnse mal. Um Ihr'n ald'n Gasten handelt sich's ja garnich. Dadriewer gennse beruhigt sein. Awer der Wind steht grade so scheene. Wenn's Haus anfangen dud ze brenn', dann bläst'rs Feier hinden nachdn brinzlichen Balläh. Un dadruff hammersch ja bloß abgesähn. Nich edwa uff Ihr Haus. I, Gudd behiede, uff Ihr Haus nich!«
»Wer hat euch diesen Auftrag gegeben!« rief Marschall mit drohender Stimme. »Etwa Tzschirner?«
»Ach, Tzschirner,« versetzte der Fremde mit der roten Schärpe wegwerfend. »Tzschirner, – diese Drahtpuppe! Der einzige, der zu befehlen hat, ist Bakunin! Von ihm erhielten wir die Weisung.«
Advokat Marschall schlug sich mit beiden Fäusten vor die Stirn.
»Bakunin!« schrie er auf, und die Speichelflocken flogen ihm vom Munde. »Bakunin! Und diese Kreatur bestimmt jetzt unser Geschick! Hahaha! Während auf den Gassen sächsisches Blut in Strömen vergossen wird im Dienst der Revolution – die unsere bürgerliche Bewegung schon längst erdrückt hat – führt ein herzugelaufener Landfremder das Regiment und übt eine Schreckensherrschaft aus, gegen die der Zustand, den wir abschütteln wollten, eine wahrhaft goldene Zeit gewesen ist. O, welch ein entsetzlicher Hohn …!«