»Erbarmt euch, gute Leute!« bat Marschall jetzt in ergreifendem Tone, »erbarmt euch um der christlichen Liebe willen und wartet so lange mit eurem Beginnen, bis ich vom Rathaus zurück bin …«

»Tod und Teufel, alter Heulknochen!« schrie der Fremde. »Wir haben unsere beste Zeit verschwatzt. Jetzt wird angefangen!«

Kaum waren diese Worte gesprochen, als die in der Tür stehenden drei Gestalten plötzlich wie Strohpuppen beiseite geworfen wurden und ein Mann mit dunkelrotem Gesicht in die Kammer trat. In demselben Augenblick flog Anna aus ihrer Ecke, unter Tränen lächelnd, auf den Eingetretenen zu und warf ihm die Arme um den Hals.

»Heinrich!«

Darauf herrschte eine kurze Weile tiefes Schweigen in dem Raum.

Frau Marschall fand zuerst wieder Worte.

»Ich wußte es ja, daß er kommen würde,« murmelte sie.

Heinrich drängte das an ihm hängende Mädchen sanft von sich. Sein Atem keuchte vor Eile und Zorn.

»Herr Advokat,« stieß er in fliegenden Worten heraus, während seine Augen drohend auf den Brandstiftern ruhten, »Sie brauchen bloß ein Wort zu sagen, und ich werfe diese Lumpenhunde die Treppe 'nunter, daß sie die Hälse brechen, – einen nach dem andern!«

Während er dies sagte, wichen die drei Eindringlinge unwillkürlich ein paar Schritte zurück. Die athletische Gestalt Heinrichs und seine nur mühsam gebändigte Wut ließen ahnen, daß er ein furchtbarer Gegner sein mußte.