Heinrich legte die Kranke wieder auf das Bett und rief:
»Anna, die Wäscheleine!«
Das Mädchen flog. In einer halben Minute war die Leine zur Stelle. Mit ein paar raschen Griffen schlang Heinrich sie um die Betten und verknotete sie fest.
In diesem Augenblick erschien Friedchen wieder, die inzwischen in die Nebenkammer gehuscht war. Ihre Kleider waren in Unordnung und die halb aufgelösten Zöpfe hingen über das verängstigte Gesicht herunter. Unter dem einen Arm trug sie Bürzelchen, ihren dicken Mops, der – aus dem Schlafe gerissen – ärgerlich dreinsah, und mit dem Ellbogen des andern Arms preßte sie einige zerlesene Leihbibliotheksbücher an sich.
»Schnell vor das Haus, Herr Advokat,« rief Heinrich, »ich lasse die Madam hinunter.«
Mit diesen Worten hob er das Bündel auf und trug es zum Fenster.
Noch stand Marschall wie angewurzelt, als im Treppenhaus eine Stimme schrie:
»Die Leute da oben, vorwärts! In einer Minute brennt die ganze Treppe.«
Da faßte Anna ihren Herrn am Arm und riß ihn fort. Das bepackte Friedchen fegte hinterdrein. Bürzelchen bellte zornig.