Jetzt ließ Heinrich die in Betten gehüllte Kranke recht vorsichtig hinab. Inzwischen war Marschall unter dem Fenster angekommen, fing mit dem Kutscher das Bündel auf und legte es behutsam auf den Tafelwagen. Frau Marschall lächelte ihren Mann an und sagte:
»Es geht mir ganz gut, Hermann. Sorge dich nicht.«
»Rasch fort,« rief Heinrich, der unterdessen an der um das Fensterkreuz geschlungenen Wäscheleine herabgeglitten war.
In diesem Augenblick hörte er hinter sich eine müde Stimme sagen:
»Ich konnte es zu Hause nicht mehr aushalten, Heinrich. Bist du mir böse?«
Und als er sich umwandte, sah er in das gramerfüllte Gesicht seiner Schwester.
»Linchen!« rief er und riß sie stürmisch an sich. Dann hob er sie rasch auf den Wagen, auf den schon Friedchen und Anna geklettert waren.
Die Gasse war menschenleer. Nur die Männer, die den Brand in das Haus gelegt hatten, standen gaffend um den Wagen herum. Aus der Tür drang dicker Qualm. Im Treppenhaus brannte es jetzt lichterloh.
»Kutscher, fort!« schrie Heinrich mit Aufbietung seiner ganzen Stimme, da in dem fürchterlichen Lärm des nahen Gewehrfeuers fast jeder Laut unterging.
Der Mann verstand den Zuruf und sprang auf den Bock.