»Ich sag nich so un nich so. Nachher heeßt's allemal glei: Bietsch had so oder so gesagd!«
Und als er bemerkte, wie sich Heinrichs Entrüstung nicht verringerte, setzte er tröstend hinzu:
»Bakunin kennse ieberallhin holn, wose refoluzjoniern wulln. Das is ähm nu so seine Spezjaledäd, wie m'r im Läb'n ze sagen pflächt. Dadermit had'r was los. Allebunnähr!«
Heinrich hörte gespannt nach dem Tisch hin. Da hörte er den Kommandanten sagen:
»Diese roten Punkte auf dem Stadtplan – rund um den Kreuzturm – stellen die Barrikaden dar. Durch sie halten wir in Altstadt die wichtigsten Straßeneingänge besetzt. Es sind einhundertacht, alle nach Sempers Angaben gebaut.«
Die Männer beugten sich über die Karte und Bakunin machte eine Bemerkung, die Heinrich nicht verstand.
»Allerdings hat das Leibregiment den Zwingerwall gestürmt,« antwortete, sich aufrichtend, der Kommandant, »aber es wird nicht lange dauern, dann haben wir ihn wieder. Sie können sich dort unmöglich halten; das Feuer der Unsrigen an der Ostraallee wird die Truppen dezimieren. In einer Stunde lasse ich den Wall mit dem Bajonett nehmen.«
Während sich Bakunin von neuem in den Stadtplan vertiefte, trat erhitzten Gesichts ein Turner an den Kommandanten heran und meldete, das Turmhaus und die Gebäude an der Ostraallee könnten nicht mehr lange gehalten werden. Die Verteidiger erlitten unter dem Feuer der Truppen die schwersten Verluste, und die Kompagnien auf dem Zwingerwall zögen schon Verstärkungen heran, vermutlich, um das Turmhaus zu stürmen.
Oberstleutnant Heinze hieß den Boten mit einer heimlichen Bewegung schweigen. Dazu sah er verstohlen auf Bakunin, der jedoch so in den Stadtplan vertieft war, daß er die Meldung nicht gehört hatte. Nun versprach der Kommandant der Turmhausbesatzung sofortige Verstärkung. Aber er verlangte, daß das Gebäude um jeden Preis behauptet werden müsse. Hierauf verschwand der Bote eiligst.
Jetzt sah Bakunin wieder auf.