Bei ihrem Eintreten stand der Fremde auf und führte Valentine zum Kamin, zu dessen beiden Seiten sie sich niedersetzten.

»Das ist noch die einzige Stelle, wohin die Brandung nicht reicht,« sagte er, auf die wirr durcheinanderliegenden Sachen zeigend. »Wie Sie sehen, ziehe ich aus.«

»Ich habe mich gewundert, daß Sie diesen schreckenvollen Ort nicht schon längst verlassen haben,« antwortete Valentine.

Der Fremde zuckte mit den Achseln.

»Die erst vor kurzem vorgenommene Operation meiner Augen verbot eine frühere Übersiedelung. Heute hat mir der Arzt diese erlaubt. Ich werde im Kurländer Haus Wohnung nehmen. Der Wagen, mit dem ich dahin fahre, wird verdunkelt; – so wird es wohl ohne Schaden gehen.«

Valentine machte einen Versuch zu lächeln.

»Wissen Sie auch,« sagte sie, »daß mir Ihr Fortgehen Freude bereitet?«

»Sie müßten keine treue Sorgerin Ihrer Schutzbefohlenen sein,« antwortete der Fremde, »wenn Ihnen der Zuwachs an Krankenzimmern nicht willkommen wäre. Ich verstehe das. Leider finden Sie nur noch zwei Betten vor. Aber wollene Decken kann ich Ihnen dalassen.«

Valentine dankte durch Neigen des Kopfes.

»Der nicht aussetzende Feuerlärm tagsüber,« fuhr der Fremde fort, »war ja bisweilen recht störend. Aber ich saß doch in diesen Hinterzimmern ziemlich sicher. Jetzt befürchte ich freilich, daß diese Sicherheit nicht mehr lange dauern würde.«