»Es ist besser, ich weiß alles,« versetzte sie mit leiser Stimme.
Und als ihre Hand schon auf der Türklinke lag, fragte sie noch:
»Wann werden Sie das Haus verlassen?«
»Nach dem Mittagessen,« erwiderte der Fremde.
Valentine zögerte einen Augenblick. Dann reichte sie ihm die Hand und sah ihm ins Auge.
»Leben Sie wohl,« sagte sie, wobei ihre sonst sichere Stimme zitterte, »und haben Sie herzlichen Dank!«
Der Fremde umschloß Valentinens Hand mit warmem Druck.
»Ich fühle, wie Sie leiden,« erwiderte er. »Der Grund Ihrer tiefen Traurigkeit ist aber, wenn ich recht vermute, noch etwas anderes, als das Schicksal Ihrer Kranken. Die Zeit mag Ihnen helfen, den Kummer zu überwinden. Ihre starke Seele wird sich obenauf ringen. Ein Nacken wie der Ihrige ist zu stolz, daß er sich vor dem Gram beugte. – Leben Sie wohl!«
Valentine sah noch einmal in die von dem grünen Schirm beschatteten, gütigen Augen des Fremden. Dann ging sie.