»Rühr' weiter, Heinrich,« sagte Valentine ruhig und wandte sich an den Eintretenden. »Guten Abend, Herr Leutnant. Sie lieben Überraschungen …«
Den jungen Offizier machte diese Begrüßung sichtlich sehr verlegen. Er schlug die Hacken zusammen und ergriff rasch die dargebotene Hand.
»Ihre Frau Mutter schickt mich … sie sagte … ich solle doch gleich einmal … Sie seien in der Küche …«
»Rühr' weiter, Heinrich,« gebot Valentine noch einmal dringlich, als sie sah, daß dieser noch immer steif stand. Denn Mannszucht und Überraschung hielten den jungen Korporal im Bann. Auf die abermalige Mahnung gedachte er wieder des Pflaumenmuses und rührte nun um so geschwinder.
Mit ruhiger Sicherheit wandte sich das Mädchen wieder zu dem Offizier:
»Ich darf es der Mutter nicht länger überlassen, die Gäste allein zu bewillkommnen. Gehen wir hinein, Herr Leutnant.«
Während Valentine das sagte, näherten sich auf dem Gang gewichtige Schritte der Tür, und ein großer, wohlbeleibter Mann mit weißem Haupthaar und Vollbart trat in die Küche. Leutnant Allmer eilte auf ihn zu:
»Herr Advokat …«
»Ei der Tausend,« rief dieser erfreut, »willkommen!« und reichte ihm die Hand. »Wollen Sie nicht immer hineingehen, Herr Leutnant? Aber ich hörte doch, der Heinrich sei da? Ah, da ist er ja. Stich flink das Fäßchen an, Heinrich, und bring' uns Bier.«