Plötzlich rief halblaut eine Stimme: »Der Kasernendienst!«
Im Nu kam Bewegung in die Gruppe, denn das Herumstehen im Hauptportal war verboten. Aller Blicke richteten sich nach dem auf den Kasernenhof mündenden Ausgang. Dort stand, durch die in der Mitte der Vorhalle hängende Gaslaterne nur spärlich beleuchtet, eine hohe, straffe Gestalt. Von dem breiten Gesicht war in dem Halbdunkel nicht mehr zu sehen als ein martialischer, weißer Schnurrbart. Auf der Brust trug der unbemerkt Herangekommene ein dickes Notizbuch, das zwischen ein paar geöffnete Waffenrockknöpfe geschoben war.
Da tönte es scharf und befehlend durch das Portal:
»Korporal Mißbach!«
»Herr Feldwebel!« antwortete eine laute Stimme, und von der Gruppe der Unteroffiziere löste sich einer und eilte zu dem Rufer hin. Zwei Schritte von ihm entfernt blieb er kerzengerade stehen, die Hände an die Hosennaht pressend.
»Bist du für heute fertig?« fragte der Schnurrbärtige leise.
»Ja, Vater,« antwortete der junge Korporal.
»Hat deine Kompagnie nicht noch Instruktionsstunde?«
»Nein.«
»Dann wollen wir zusammen Abendbrot essen. Geh' voran, ich komme sogleich.«