Der Korporal machte auf den Hacken stramm kehrt und verschwand.

Inzwischen hatten sich die übrigen Unteroffiziere unbemerkt aus dem Staube gemacht, und das Hauptportal war leer. Der Posten vor dem Gewehr, ein älterer Soldat, stand erwartungsvoll auf seinem Platz. Die äußerliche Ruhe, die er zur Schau trug, konnte ein geübtes Auge nicht über seine innere Unrast hinwegtäuschen.

Jetzt betrat der Kasernendiensthabende mit langsamen Schritten die leere Torhalle. Ein kaum merklicher Seitenblick durch das Fenster der erhöht liegenden Wachtstube belehrte ihn, daß man darin nur auf das Zeichen wartete. Noch einmal trat der Fuß des Revidierenden nieder, – da legte die Schildwache die Hand an den Mund und rief mit lauter Stimme:

»Rrrraus!«

In demselben Augenblick flog die Tür der Wachtstube auf, und die Mannschaft eilte auf den Korridor. Die Soldaten rissen ihre Gewehre aus den Stützen, stampften die kurze Treppe hinunter und stellten sich in einem Gliede schnurgerade auf. Der Kasernendiensthabende stand währenddessen unbeweglich inmitten der Halle und musterte das Heraustreten der Wache mit scharfen Blicken.

Jetzt war das Glied ausgerichtet. Der wachthabende Sergeant trat mit einer Linkswendung einen Schritt vor und kommandierte, daß seine Stimme von den Mauern zurückschallte:

»Schultert – Gwehr!«

Die Gewehre krachten an die linken Schultern.

»Präsentiert – Gwehr!«

Derselbe scharfe Ton wie vorher, als sollten die Schäfte zersplittern. Dann herrschte lautlose Stille. Der Kasernendiensthabende rührte sich noch immer nicht von seinem Platze. Aber seine Augen verschlangen förmlich die Präsentierenden.