Kurt lächelte befriedigt.
»Wenn es gut geht, mache ich das Bataillonsexerzieren im nächsten Sommer schon zu Pferde mit. Die Adjutantur ist ja stets mein sehnlichster Wunsch gewesen. Natürlich reite ich nun auch immer, wenn sich Gelegenheit hierzu bietet. Ich habe schon mit allen berittenen Herren des Regiments gesprochen. Wer von ihnen einmal verhindert ist, sein Pferd zu bewegen, überläßt es an diesem Tage mir.«
»Das ist wirklich eine gelungene Überraschung und auch für mich eine große Freude,« versetzte Ursula.
Während sie so plauderten, kamen Tante Sidonie und Herr von Abendroth herein. Ursula ging dem alten Fräulein entgegen und ergriff mit einem Willkommengruß die dargebotene Hand. Ihre bescheidene Haltung, mit der sie Ältere begrüßte, zeugte für die vortreffliche Erziehung des jungen Mädchens.
»Meine liebe, kleine Pflegerin,« sagte der Kriegsrat scherzend zu Tante Sidonie, indem er den Arm um Ursula legte. »Sie vergißt sich selbst noch ganz vor Eifer, den sie an mich wendet, anstatt an ihre Jugend zu denken.«
»Aber Großvater!« rief Ursula, verlegen lächelnd und mit leisem Vorwurf.
Tante Sidonie strich mit der Hand liebevoll über die Wange des jungen Mädchens.
»Kindchen,« sagte sie eindringlich, ihre gewohnte Förmlichkeit für einen Augenblick vergessend, »Ihre Wangen sind wahrhaftig ein wenig blaß. Denken Sie auch an sich und gehen Sie öfters ins Freie.«
Ursula schlug eine dunkle Röte ins Gesicht.