»Ich bin ja täglich im Garten,« entgegnete sie.
»Wie wär's, Herr von Abendroth,« wandte sich Tante Sidonie an den Kriegsrat, »wenn wir jetzt alle zusammen einen Spaziergang elbaufwärts nach Linkens Bad machten? Die Sonne scheint gerade so warm. Können Sie bis dorthin gehen?«
Die jungen Leute waren von diesem Vorschlag freudig überrascht. Kurt sah mit einem warmen Blick auf Tante Sidonie. Er wußte, daß sie gewohnt war, ihr tägliches Arbeitspensum peinlich inne zu halten. Aus diesem Grunde würde sie die auf den Spaziergang verwendete Zeit beim Schein der Kerze nachholen.
Der alte Herr stimmte dem Vorschlag erfreut zu.
»Ich fühle mich heute so wohl,« versetzte er schmunzelnd, »daß ich's recht gut wagen kann. Wir haben lange genug das Zimmer gehütet.«
»Sei nicht unvorsichtig, Großvater,« mahnte Ursula.
»Nein, nein, kleines Hausmütterchen,« antwortete er mit jugendlichem Feuer, »heute wollen wir den schönen Herbsttag genießen.«
Damit klingelte er und bestellte den warmen Flauschrock.
Ursula versuchte zwar noch einmal, den Großvater zum Bleiben zu bestimmen. Aber der alte Herr ließ keine Einwendungen gelten. Und so schlenderten sie nach kurzer Zeit am Ufer der Elbe entlang. Tante Sidonie hielt sich immer neben dem Kriegsrat, während die jungen Leute ein Stück vorauf waren.