»Ich gehe ja schon,« sagte Friedchen eilfertig. »Aber Herr Leutnant, bevor Sie uns heute verlassen, müssen Sie sich noch in mein Stammbuch einschreiben.«

Kurt versprach es.

»Warum so einsam?« fragte Valentine, als sie allein waren. »Wollen Sie nicht mit nach den vorderen Stuben kommen?«

Kurt sah eine Sekunde lang in die schönen, grauen Augen des Mädchens, deren Blick ruhig auf ihn gerichtet war.

»Am liebsten möchte ich, wir beide wären allein, Fräulein Valentine,« sagte er leise.

Valentine stand unbeweglich. Der warme Ton seiner Worte hatte sie getroffen. Kurt fühlte es. Aber er konnte nicht erraten, welche Gedanken das Mädchen erfüllten. Da griff er heimlich nach ihrer Hand. Ein heißer Strom drang ihm zum Herzen, als er merkte, wie ihm die Hand nicht entzogen ward.

»Valentine,« flüsterte er.

Ein weicher Zug trat in das herbe Gesicht des Mädchens. Aber sie blieb stumm. Nur ihre glänzenden Augen schienen größer zu werden.

»Valentine,« wiederholte Kurt, und es war ihm, als wenn sie seinen Händedruck fast unmerklich erwidert hätte.