Als Kurt das Portal der Kaserne erreicht hatte, begegnete er dem ihm befreundeten Oberleutnant von Schönberg-Pötting, der zur gleichen Zeit vom Bautzner Platz her mit ihm am Tor eintraf.
»Hallo, Karl,« rief Kurt, »wo bist du heute abend gewesen?«
»Bei meinen Eltern. Und du?«
»Zu einer Familienfestlichkeit bei Advokat Marschall.«
Oberleutnant von Schönberg schwieg dazu. Sie gingen durch das Tor, nachdem der schließende Unteroffizier geöffnet hatte. Der verschlafene Posten vor dem Gewehr präsentierte. Nun stiegen die beiden Offiziere die Treppen hinauf.
Kurt fiel die ungewohnte Schweigsamkeit seines Freundes auf. Plötzlich sagte er zu dem Oberleutnant:
»Warum bist du heute abend so still?«
Und als Schönberg mit der Antwort zögerte, legte er seinen Arm in den des Freundes und veranlaßte ihn, auf dem spärlich erleuchteten Korridor stehenzubleiben.
»Lieber Karl,« sagte Kurt mit leisem Vorwurf, »ich weiß nicht, ob ich mich irre. Aber ich glaube bemerkt zu haben, daß du in der letzten Zeit nicht mehr so offen zu mir gewesen bist, wie sonst.«
Der Oberleutnant sah ihn in leichter Verlegenheit an.