Niclas Anesorge war in fröhlicher Stimmung. Schmunzelnd rieb er sich die Hände, während er versetzte:

»Wer hätte noch vor wenigen Wochen gedacht, daß sich alles so glücklich schickte! Herzog Heinrich, du bist mir der Liebste!«

»Ja, es hat sich wunderbar gefügt,« sagte Waltklinger.

»Am Tage, wo die Schwarzröcke zum Tor hinausziehen, soll aus dem Löwenmaul des Marktbrunnens auf mein Geheiß Wein fließen,« erwiderte Anesorge.

»Wie ihr wißt,« begann Waltklinger, »haben wir alljährlich gegen Bezahlung aus der Herzoglichen Hofkasse an das Kloster zum heiligen Kreuz meißnisches Tuch und schwäbische Schleier geliefert. Nun hat in diesem Jahr die Äbtissin Christina von Lüttichau für jede Nonne einen Leidener Rock und einen lundischen Mantel bei der Hofhaltung in Dresden angefordert.

Was tut da der Herzog? Heute früh erhalte ich ein Schreiben, wonach die alljährliche Lieferung an das Kloster unterbleiben soll. Die frommen Schwestern aber hat er streng angewiesen, das Ordensgewand abzulegen und weltliche Kleider zu tragen.«

Niclas Anesorge lachte ins Fäustchen.

»Ein verständiger und energischer Herr ist Herzog Heinrich,« klang Peter Sorgenfreis tiefer Baß. »Der packt fest zu. Wie weit ist denn die Streitigkeit mit der Domgeistlichkeit, Burgemeister?«

»Dieselbe Verordnung des Herzogs, die uns die Einführung der Lutherischen Lehre anbefiehlt, hat natürlich auch der Bischof erhalten.«