Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als das Mädchen mit funkelnden Augen dicht vor ihn getreten war.
»Du bist hier in einem gut lutherischen Hauses,« hatte sie schroff gesagt. »Und wenn wir Freunde bleiben wollen, darfst du niemals wieder so garstig sprechen!«
Darauf war er still gewesen, da er nicht wußte, was er hätte entgegnen sollen.
»Es ist Abend geworden, nun muß ich heimkehren,« sagte er endlich.
Da war sie bereit, ihn zu begleiten.
Die Sonne war mittlerweile tief hinabgesunken, und ihre Strahlen vergoldeten nur noch die obersten Simse und Fenster der alten Häuser am Markt. Auf den Gassen war es lebhafter geworden. In den Häusern bereiteten die Hausfrauen das Nachtmahl, und die Männer saßen nach vollbrachtem Tagewerk vor den Türen und plauderten mit den Vorübergehenden oder mit dem Nachbar drüben über der Gasse.
Er war mit dem Burgemeisterskind langsam die Fleischgasse hinabgeschritten, beim Hundewinkel vorbei und durch das Fleischtor ins Freie. Kaum daß ein Erwachsener ihrer sonderlich geachtet.
»Es ist bald Sonnenuntergang,« hatte das Mädchen draußen gesagt. »Daß ich nicht den Torschluß versäume!«
»Wie alt bist du?« hatte er sie gefragt.