»Zwölf Jahre. Und du?«

»Dreizehn.«

Mit einem Male war sie ihm entsprungen, nachdem sie noch den Letzten auf seine Schulter geschlagen. Aber im Nu war er hinterdrein gewesen und hatte sie gefangen und aus Übermut umschlungen. Und da sie sich lebhaft dagegen gewehrt, waren sie zusammen auf die Wiese gefallen, gerade am abschüssigen Uferrand der Triebisch. Zwar hatte er die Umarmung rasch gelöst, doch zu spät. Sie waren den Abhang hinabgekollert. Am Rande des Baches hatten sie sich aufgesetzt und über das kleine Abenteuer lustig gelacht. Bis das Mädchen plötzlich gemeint:

»Nun muß ich aber heimkehren. Wollen wir morgen wieder zusammen spielen?«

Aber er hatte wehmütig den Kopf geschüttelt und gesagt:

»Morgen in aller Frühe muß ich nach Dresden.«

»Kommst du bald wieder?« hatte sie gefragt.

»Nein,« war die Antwort gewesen, »ich bleibe dort auf Jahre.«

Und als sie ihn ungläubig angesehen, hatte er hinzugesetzt: