Der Gesang war zu Ende, und die Besucher verließen den Dom. Noch durchdrungen von der Weihe, gingen sie in Gruppen schweigsam der Stadt zu. Nach kurzer Zeit war das Gotteshaus leer, und die Lichter verlöschten. Da verließ der Unbekannte seinen Platz und näherte sich der offengebliebenen Tür.
In der Kirche waren nur noch zwei Personen, der Domdiener, der bei dem matten Schein der auf dem Altar brennenden zwei Kerzen die Abendmahlgefäße ordnete, und der Prediger Jonas, der mit der Bibel unter dem Arm eben auf den Ausgang zuschritt. Da bemerkte der Greis an der Türschwelle einen Menschen. Er näherte sich ihm und betrachtete ihn bei dem herrschenden Halbdunkel forschend. Das Gesicht war Herrn Jonas bekannt; erst gestern hatte er diesem Mann gegenübergestanden.
»Ihr hier, – Herr Amtmann?« fragte er höchlichst erstaunt.
Ernst von Miltitz trat dicht an den Prediger heran und antwortete:
»Ehrwürdiger, ich bitte Euch, kehrt noch einmal um und … reicht mir das Abendmahl in beiderlei Gestalt!«