Diese wenig verbindliche Rede verdroß den Amtmann etwas.

Aber Ernst von Miltitz war heute in gehobener Stimmung, so daß er dem Sprecher die Unfreundlichkeit nicht nachtrug.

»Das Angebot ist abgewiesen, Herr Prior,« sagte er bedauernd.

Der Greis schüttelte den Kopf, als wenn er diese Hartnäckigkeit nicht verstünde.

»Wohllöblicher Rat,« hob er in väterlichem Ton an, »glaubt es mir altem Mann, wenn ich versichere, daß die Stadt die Verpflichtung hat, die Forderung zu erfüllen.«

»Euer graues Haar in Ehren,« antwortete Georg Waltklinger frostig, »aber es ist nicht üblich, mit mündlichen Versicherungen zweifelhafte Abmachungen als geschehen darzustellen. Beweist es!« –

Ernst von Miltitz machte eine Handbewegung, die die Richtigkeit dieser Worte bestärkte.

»Herr Prior, wie Ihr wißt, – ohne Beweis kein Urteil.«

Da wandte sich der ehrwürdige Greis um und griff nach dem Pergament, das der Lektor ihm reichte. Die vergilbte Urkunde ausrollend, sprach er:

»Vor wenigen Wochen haben wir diesen Zeugen für die Rechtmäßigkeit unserer Forderung im Archiv des Klosters ganz zufällig entdeckt. Wir hofften, ohne dieses Beweisstück gütlich auszukommen; es mißlang. Nun mag der Zeuge sprechen. Dies ist eine Zeichnung über die vereinbarte Änderung. Sie unterscheidet sich von den bereits beigebrachten aber dadurch, daß sie am Rande die Worte trägt: Hiemit einverstanden. Gottlieb Kühne, Burgemeister. So es Euch beliebt, Herr Amtmann, mögt Ihr Euch leicht von der Wahrheit überzeugen.«