»Ganz bestimmt!« hatte er versichert.
Dabei war es ihm, als ob seine Augen feucht geworden. Beschämt hatte er sich abgewandt, als das Mädchen plötzlich die Arme um seinen Hals schlang und mit ihren Lippen flüchtig seinen Mund berührte. Alsdann war sie in Verwirrung aufgesprungen. Und als er neben ihr gestanden, hatte er gesehen, daß sie dunkelrot geworden war.
Da hatte er ihre Hand genommen und deutlich empfunden, wie auch ihm die helle Röte in die Schläfen schoß.
Endlich war es von seinen Lippen gekommen:
»Sonnhild – – ich werde dich nie vergessen!«
»Lebe wohl, Bernhard!« hatte sie gesagt.
»Lebe wohl, – Sonnhild!« hatte er erwidert und ihre Hand losgelassen.
Noch einen langen Blick, – dann war das Mädchen gegangen. Vor dem Stadttor war sie stehengeblieben und hatte sich noch einmal umgesehen. Ihre großen Augen waren voll Traurigkeit gewesen. Und die reichen Haarflechten, die das Kindergesicht einrahmten, hatten im Schein der untergehenden Sonne geleuchtet. Eine Sekunde später verschwand ihre lichte Gestalt in dem alten Tor.
Da hatte auch er sich umgewandt und war langsam nach Siebeneichen zurückgekehrt.