Dem kam einst wie von ungefähr
Der Teufel stinkend in die Quer
Und fragt', ob er den Mut wohl hätte,
Zu zechen mit ihm um die Wette.
Da tranken sie drei Tag' und Nächt',
Als wären Karpfen sie und Hecht,
Bis endlich, dick- und vollgetrunken,
Der Satan untern Tisch gesunken.
Nun leert' der Schelm den Humpen aus
Und stammelt selig: Ei der Daus,
Wer mit dem Pfäfflein siegend stritt,
Der fürchtet auch den Teufel nit!«
Die Wirkung dieses Liedes war unbeschreiblich, denn der gutmütige Mönch, so gewalttätig er zuweilen auch sein mochte, war allgemein mehr beliebt als gefürchtet. Schon manch einer war Zeuge gewesen, wie er in einer schwachen Stunde geheult hatte, wie ein Schloßhund. Ein ehrlicher Jubel brach aus, daß die Schenkstubenwände erzitterten. Nur die überlaute Stimme des Mönchs war herauszuhören. Wie unsinnig trommelte er mit den Fäusten auf den Tisch und schrie in einem fort: »Traminer! Traminer!« Und als er den Wirt zaudern sah, warf er einen vollen Dukaten auf den Tisch und schrie dann noch ärger: »Tra – mi – ner!«
Im Nu standen sechs Krüge auf dem Tisch, und von allen Seiten griffen Hände nach den Gläsern.
»Das Lied muß mit Fledermausblut auf Menschenhaut geschrieben und im Gasthof zur Dürren Henne zum ewigen Andenken aufbewahrt werden,« schrie einer zum Klang der Gläser.
»Hol mich dieser und jener!« rief Bruder Antonius, »das war das Beste, was ich mein Lebtag gehört habe. Doch, wo ist der Bursch? Er soll einen guten Rekompens haben!«
Alle sahen sich nach dem Spielmann um, aber keiner entdeckte ihn. Er hatte den Tumult benutzt und sich hinausgestohlen.
»Laßt ihn laufen, er entgeht seiner Belohnung nicht,« versetzte der Mönch. »Der verliebte Schäfer wird allein sein wollen. Die Holzweibchen und der höllische Nachtjäger rüsten sich schon, durch den Wald zu fahren; dazu will er ihnen aufspielen.«