»Meine Freiheit wäre zu teuer erkauft – –«

»Sorgt Euch nicht um andere, denkt an Euer Kind. Klopft Euer Vaterherz nicht rascher bei dem Gedanken, das Werk für Sonnhild zu tun?«

»Tut Ihr es für sie?« fragte Waltklinger.

Da schoß dem Jüngling die Röte in das Gesicht.

»Ich sagte es Euch ja schon, – – – aber, – auf denn! Wozu die Worte! Die Gunst möchte sich von der Ausführung des Plans bei weiterem Zögern wenden.«

»Ich bleibe!«

Der Jüngling fuhr auf. Draußen wurden eilende Schritte hörbar.

»Geht doch,« rief Bernhard, »das ganze Lebensglück Eures Kindes steht auf dem – –« Da flog krachend die Tür auf, und drei Bewaffnete stürzten herein.

»Im Namen des Herzogs, Junker von Miltitz, Ihr seid mein Gefangener!« rief der vorderste Knecht, indem er auf Bernhard eindrang.

Dieser riß seinen Degen aus der Scheide und hieb den schlanken Holzschaft des ihm entgegengehaltenen Spießes mittendurch. Ein anderer Knecht sprang mit großem Ungestüm an die Stelle des Wehrlosen. Bernhard sah den Stoß der Pike kommen und wich blitzschnell zur Seite. Ein scharfes Knirschen – und die stählerne Spitze zersplitterte an den Steinquadern der Mauer. »Ergebt Euch!« rief der dritte Knecht und kam mit wagrechtem Spieß heran. Da sprang Bernhard hinzu, griff mit nerviger Hand nach der Waffe und ruckte so heftig daran, daß der Knecht jählings auf den Fußboden der Zelle geschleudert ward und besinnungslos liegenblieb.