»Wenn Ihr ihm die Zügel laßt, Herr, dann trägt Euch der Hengst in weniger als einer Stunde dahin. Habt Ihr erst Wilsdruff hinter Euch, so wird er davonschießen wie ein Pfeil.«
»Es ist gut.«
Carlowitz nahm die Zügel fest in die Faust und ritt dicht an die Veranda heran.
»Mut, Base,« raunte er, »du kennst den Edelsinn unseres Herzogs.« Und als er ihren starren Blick sah, fügte er hinzu: »Wir stehen alle in Gottes Hand. Kein Haar fällt ohne seinen Willen von unserm Haupt!«
Da beugte sich Frau Magdalena über die Brüstung, reichte dem Schloßhauptmann die Hand und sprach gefaßt, aber mit zuckenden Lippen:
»Reite unter seiner Hut, Vetter!«
Carlowitz drängte sein Pferd zurück und trabte zum Hoftor hinaus. Bald hatte er die Landstraße erreicht, die hell beschienen wie eine gerade Linie durch die Landschaft lief.
Da schnalzte er mit der Zunge; der Hengst prustete und spitzte die Ohren. Jetzt drückte ihm der Reiter die Sporen in die Weichen. Das junge Tier gewahrte die Zügelfreiheit und galoppierte an. Eine Sekunde darauf flog Carlowitz wie eine spukhafte Erscheinung durch die stille Nacht.