Ein letzter Blick und Händedruck – dann wandte sich Bernhard zum Gehen. Im nächsten Augenblick prallte er zurück: er sah im Rahmen der offenen Tür die hohe Gestalt eines Mannes stehen.

Der Jüngling war heftig erschrocken. Zudem bemerkte er noch, daß Sonnhild taumelte und die Augen schloß. Dann trat der Mann näher und richtete die Blicke durchbohrend zuerst auf Sonnhild, dann auf ihn selbst. Bernhard sah in das gerötete Gesicht des Mannes, das dessen hohe Erregung verriet. Eine Weile kämpfte dieser mit sich, bis er in rauhem Tone fragte:

»Wer seid Ihr?«

»Bernhard von Miltitz,« antwortete der Jüngling, sich blitzschnell des Tages erinnernd, an dem derselbe Mund die nämliche Frage an ihn gerichtet hatte.

Der Mann zuckte zusammen, und mit großer Anstrengung fragte er wieder:

»Und was führt Euch zu dieser Stunde, was überhaupt kann Euch in mein Haus führen?«

Der Jüngling schwieg.

Eine todesbange Minute verstrich. In dem dämmrig erhellten großen Hausflur klang kein Laut. Die drei Menschen standen regungslos, als ob sie von Stein wären.

Da schrie der Mann auf: