»Ein Miltitz! – in meinem Hause! – – – zur Nacht! –«

Hier schlug seine Stimme um. Und sich gegen Sonnhild wendend, kam es nur noch mit furchtbarer Anstrengung aus seinem keuchenden Munde:

»Du …! Du …!«

In diesem Augenblick stellte sich Bernhard vor dem Wutschäumenden und sagte mit fester Stimme:

»Herr Burgemeister, alle Schuld gebührt mir. Ich drang in Euer Haus ein; niemand rief mich!«

»Bube!« keuchte Waltklinger, und es schien, als wenn er sich auf den Jüngling stürzen wolle. »Mein Kind, mein reines Kind fordere ich von dir …!«

Da flammte es in Bernhards bleichem Gesicht auf. Die Seelenqual des verzweifelten Vaters erschütterte ihn. Von tiefster Bewegung erfüllt, erwiderte er:

»Auf Euerm Kind, Herr Burgemeister, haftet nicht der leiseste Makel!«

Aber der, dem diese Worte galten, war taub dafür. Seine sinnlose Wut gewährte der ruhigen Überlegung keinen Raum. Lange nach Worten ringend, stieß er endlich aus:

»Hinaus aus diesem reinen Hause – Gewürm! Miltitze – – wir rechnen noch miteinander ab!«