Jedenfalls wußten die Umwohnenden, daß in dem weißgetünchten und mit grünen Reben umrankten, freundlichen Häuschen die ehelichen Verhältnisse aufs beste geregelt waren.
Dreizehntes Kapitel
Drei Fragen
Auf dem Festplatz ging es hoch her. Das Gewühl war stark und die Luft an einigen Stellen schier unerträglich, denn es wurde viel Staub aufgewirbelt, und der Tag war heiß.
Da die Bürger die Verteidigung der Stadt in Kriegszeiten übernehmen mußten, hatte der Rat ein großes Interesse an der Erhaltung ihrer Schießfertigkeit. Deshalb begünstigte er die bürgerlichen Waffenübungen mit Freibier und Prämien. Bei den alljährlichen Schützenfesten – so pflegte er es seit langem – bestand sein Preis in einem Stück Tuch von zwanzig Ellen zu Hosen oder in dreißig Stück zinnernen Tellern.
Zu diesem Freischießen kamen die Schützen von weit her. Es galt als Ehrensache, den einmal gewonnenen Ruf der Treffsicherheit zu verteidigen. Die Schützenfeste mancher Städte standen hoch im Ansehen, so die von Leipzig, Chemnitz, Dresden und Meißen.
Das Schützenzelt stand am Jüdentor. Die Schießbahn lief elbwärts längs der Stadtmauer bis zu einem dicken Turm, der Fronfeste.