»Mit Gunst, Herrin,« versetzte dieser, »möchtet nicht auch Ihr einem armen Spielmann einen Zehrpfennig verdienen lassen?«

»Ich habe keine Fragen an Euch,« antwortete Sonnhild abweisend.

»Nun, so erlaubt, daß ich drei Fragen an Euch richte,« versetzte er keck.

Sonnhild horchte auf. Der Ton seiner Worte machte sie stutzig. Verbarg sich hinter ihnen etwas?

Sie betrachtete den Spielmann genauer. Er war ein hübscher, junger Bursche mit freiem Blick und glänzendweißen Zähnen.

»Fragt immerhin,« erklärte sie, auf den Scherz eingehend; »ob ich Euch aber antworten werde …«

»Hoffentlich vermögt Ihr's,« fiel er ihr in die Rede. »Die erste Frage also. Sie soll entscheiden, ob ich die zweite und dritte tue. Herrin, wo träumt sich's besser, unter dreizehn Linden oder unter sieben Eichen?«

Sonnhild war betroffen. Sie heftete den Blick durchdringend auf den Spielmann, um in seinem Gesicht zu lesen. Der aber stand gleichgültig vor ihr, und seine Züge offenbarten keinen seiner Gedanken.

»Unter sieben Eichen,« antwortete Sonnhild zögernd.