»Hm, freilich, das ist nicht ausgeschlossen. So etwas ist nie ausgeschlossen. Das Sterben ist meist eine Sache des Augenblicks. Aber bei ihm glaube ich’s doch nicht. Weißt du, darin fühle ich mich ihm doch verwandt. Wir sind Männer des Abwartens. Der überlegt sich’s hundertmal, aber auf einen Impuls hin, plötzlich, thut er’s kaum. Aber weißt du, was ich meine?«

»Ja?«

Er schaute ihr voll in’s Gesicht.

»Er wird sich in dich verlieben, Marguérite, toll, leidenschaftlich verlieben.«

Sie errötete langsam, doch schlug sie die Augen nicht nieder.

»Und ich?«

»Das kann ich dir wirklich nicht sagen. Ihn kenne ich ja nicht. Für ausgeschlossen halte ich’s aber gar nicht, daß auch du – Nun, das wird sich finden. Daß du in solchem Falle keine Rücksicht auf mich zu nehmen brauchst, weißt du.«

»Gewiß, das weiß ich. Ich könnte auch keine nehmen, mein liebes Hänschen.«

»Nun, wir blieben darum doch die Alten«, sagte er mit leuchtenden Augen, ergriff ihre herabhängende Hand und drückte sie an die Lippen.

Dann sprang er auf und ging im Zimmer auf und ab. Endlich blieb er wieder vor Marguérite stehen.