»Guten Morgen, Marguérite«, antwortete Starkblom fröhlich und dankbar. Dann, während sie sich beide still neben einander legten, fing er an:
»Das kommt mir jetzt erst. Daran hab’ ich noch gar nicht gedacht.«
»Was denn?«
»Das war der erste Kuß, den du mir gegeben hast.«
»So?« meinte sie errötend. »Ja und?«
»Weißt du, ich gebrauche die alten Wörter nicht gern, sie sind so abgescheuert und gemein geworden und waren von Anfang an nicht tief und innig genug. Aber – du verstehst mich ja, wie ich es meine … also … nun eben –.«
»Ist es denn so schrecklich, Karl? Was meinst du?«
»Ich meine, jetzt hast du mich geküßt, und vorher – ich meine, liebst du mich denn, Marguérite?«
Da drückte Marguérite die Hände fest auf die Augen, runzelte ihre Stirn und nickte langsam und feierlich mehrmals mit dem Kopfe, wie kleine Kinder thun, wenn sie etwas besonders ernsthaft bestätigen wollen. Dann lachte sie kurz in sich hinein und flüsterte ihm ins Ohr: »Ja.«
Starkblom suchte ihre Hand und drückte sie fest und ließ sie nicht mehr los. Dabei legte er sich auf den Rücken und träumte in die Höhe. Dann lächelte er und lächelte immerfort, bis ihm das Wasser in die Augen trat.