»Daß – nun wie es gekommen ist. Daß wir nicht mehr von einander können. Zwar nein, so wird er es doch nicht gemeint haben. Er ist ein so guter Mensch. Ich habe ihn sehr gern.«

»So, Marguérite? Und ich?«

»Aber, mein lieber guter Karl, das ist ja ganz etwas – aber das läßt sich ja gar nicht – weißt du – nein – dich liebe ich! Karl! Verstehst du?«

»Meine liebe Marguérite, ich glaube dir ja. Ich bin ja kein Philister! Nur daß es mein Bruder –!«

»Aber wenn es das nicht wäre, wäre ich ja nie zu dir gekommen. Nicht? Willst du nun hören?«

»Das ist auch wahr. Ja, erzähle, ich bin nun schon ruhiger. Das ist ein Mensch! Der Johannes! Lebt sich der Mensch noch!«

»Freilich lebt er! Er ist seit Jahren in Paris. Vor zwei Jahren lernte ich ihn kennen und seit einem ungefähr leben wir zusammen. Er hat fürchterlich viel mitgemacht im Leben. Weißt du, nicht innerlich wie du, das viel weniger. Aber er ist herumgekommen, überall. Und geschüttelt ist er worden. Nun, dadurch ist er eben ganz und gar frei geworden. Mehr als wir alle. Er ist es praktisch. Um die Theorie hat er sich nie viel gekümmert. Er macht alles mit, was die Nerven aufregt, was neu ist, was ihn amusiert. Und dabei ist er ein so herzensguter Mensch. Aber das darf man ihm nicht sagen. Er möchte es nicht sein.«

»Da steht er nun völlig vor mir. Der Taugenichts! Ich hätte nicht gedacht, daß das aus ihm wird. Er trieb immer das Gegenteil von dem, was ich; und jetzt stehn wir fast auf demselben Fleck. Ja, ja, die Welt ist rund! Und jetzt wird er ausgewiesen? Warum?«

»Ach, das ist wegen dieser anarchistischen Geschichten. Wir haben da ein wenig teilgenommen.«

Starkblom stand auf und ging erregt hin und her. Dann fing er an: