»O der Glückliche! Ihr Glücklichen! Was habe ich gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich jetzt stehe! Alles im Denken, im Grübeln, es zerriß mich schier! Alles innen, es wollte heraus und drückte in mir zum wahnsinnig werden. Und ihr – und er! Er handelt, er nimmt teil! Er ist unbekümmert!«

»Und doch nicht epileptisch«, sagte Marguérite lächelnd.

»Aber er hat etwas nicht, was ich habe. Ich bin so schwerfällig, ich habe so viel altes, ich brauche so unsägliche Mühe, um es los zu werden! Und jetzt, jetzt – jetzt bin ich zu alt! Wenn ich dich nicht hätte, wozu wäre ich noch gut? Und jetzt, jetzt, wird er dich mir nicht entreißen? Marguérite! Verlaß mich nicht! Ich … du … ich brauche dich … über alles … mein Einziges!«

Marguérite drückte ihn fester an sich.

»Mein geliebter Karl, er kann uns nicht trennen. Er wird es auch nicht wollen. Wir bleiben immer beisammen, immer. Und schließlich –«

Sie stockte. Dann setzte sie hinzu:

»Nun, das wird sich finden. Wir wollen warten, bis er kommt. Freust du dich nicht ein wenig?«

»Ich weiß nicht. Vielleicht – Mir ist bange. – Wie kam er denn zu meinen Schriften?«

»O er liest viele deutsche Sachen, und neues Modernes aus aller Herren Länder verschafft er sich immer. Er hat da einen kleinen deutschen Buchhändler aufgetrieben in einem engen Gäßchen, der auf Kuriositäten aus ist und besonders die Brochürenlitteratur pflegt. Der sagte ihm nun einmal, als er bei ihm herumkramte: »Von Ihnen hab’ ich auch etwas bekommen, Herr Starkblom. Das kann nur von Ihnen sein. Es ist zu toll.« Nun, das war deine »Vision«. Nachdem ließen wir uns natürlich das erste Sendschreiben auch kommen und durch den Verleger erfuhren wir die Adresse und bekamen damit auch Sicherheit, daß du sein Bruder bist. Es ist eigentlich sehr einfach und doch ist’s wieder wunderbar.«

Die nächsten Stunden verbrachten sie unter unruhigem Hin und Her und gleichgiltigen Gesprächen. Starkblom war ziemlich aufgeregt.