Endlich gegen Abend klopfte es mit drei leicht hingeworfenen Schlägen an die Thür und Hans trat ein. Marguérite trat ihm rasch errötend entgegen und reichte ihm beide Hände. Der kleine Mann blinzelte ein wenig an ihr hinauf, dann aber begnügte er sich damit ihre Hände zu schütteln und dann an die Lippen zu ziehen. Er wollte sie im Flüsterton etwas fragen, aber sie trat zur Seite und winkte mit dem Kopf Starkblom zu.
Der trat nun näher.
»Sie sind Johannes Starkblom, der Sohn Adam Starkbloms, des Schuhmachers?«
»Ich kann’s nicht leugnen.«
»Dann sind wir Brüder.«
»Ja, das sind wir ganz sicher.«
Es trat eine Pause ein. Dann begann der Ältere:
»Wir haben uns sehr lange nicht gesehen. Wir kennen uns nicht mehr.«
»Ja nun also,« fiel Hans lebhaft ein, »lassen wir den ganzen lächerlichen Bruderschwindel zu Hause. Die Sache wird sonst furchtbar ungemütlich. Sie wissen – Marguérite hat Ihnen jedenfalls gesagt, wie sehr Sie uns sympatisch sind – und – nun einfach – wir machten das Experiment, Sie vom Tod zu retten, ich kam zuerst auf den Gedanken, weil ich das Leben nämlich so furchtbar, so ganz unsagbar liebe! Und nun – wie steht die Sache? – Ich setze mich.«
Als Starkblom schwieg, sagte Marguérite leise zu Hans: