»Du hattest Recht.«

Da rief er vergnügt:

»Nicht wahr? Bravo, bravissimo! Also gerettet! Lebensfreudig! Von unsrer Art? Nun dann – Bruder, schlag ein! Nun sind wir Brüder!«

Karl legte seine Hand in die seine, sagte aber verlegen lächelnd:

»Ich glaube, Marguérite meinte es ein wenig anders mit dem Recht haben, und vielleicht hat dann auch die Brüderschaft noch einen andern Sinn. Sie – du sollst in Paris etwas vorausgesagt haben – nun, es traf ein, vollständig, nach jeder Richtung.« Er stand auf. »Und da ist nichts zu ändern. Nicht wahr, Marguérite? Wir zwei haben uns gefunden in freier Liebe, und nichts kann uns trennen – nichts!«

Hans sah lange auf die beiden, dann antwortete er:

»Also doch! Nun – darauf war ich gefaßt, und während der Reise ist mir’s schon zur Gewißheit geworden. – Marguérite! es wäre mir sehr unbequem, ohne dich zu leben. Ich habe mich so an dich gewöhnt, kurz – hol’s der Teufel, ich hab’ dich wahnsinnig lieb! Und du – Marguérite? Alles aus? Weggeblasen? Na – wenn schon – denn schon!«

»Gar nicht, Hans, gar nicht: ich habe dich so lieb wie je, ganz und gar. Nur das – diese Liebe, das ist neu. Karl und ich – nun eben – du hast es immer leugnen wollen, aber es giebt doch etwas wie eine Ehe.«

Karl war still zur Seite getreten und hörte ruhig zu. Er wußte, sein Glück war gesichert, und nun nahm er Interesse an dem Geschick des armen Hans – so nannte er ihn in Gedanken.

»Eine Ehe soll’s geben?« erwiderte Hans in ruhigem Ton. »Ja, es kommt darauf an, wie du das meinst. Also das, wie wir lebten, das nennst du nicht Ehe?«