»Nein, Hans,« erwiderte Karl Starkblom, »ich denke vorerst nicht mehr an den Tod. Und ich hoffe, Sie werden den Schmerz auch überwinden –«

»Ich bitte Sie, jetzt keine Phrasen. Schmerz ist anders. Schmerz – Schmerz – das wäre also Schmerz? Das Wort ist eigentlich gar nicht so übel – Schmerz. Jedenfalls ein verfluchter Zustand. Furcht vor Langeweile hätte ich ihn genannt. Jetzt muß man wieder suchen; ich weiß nicht einmal, wo wohnen; ich hatte doch gehofft, wir könnten hier eine Zeitlang beisammen bleiben –?«

Er hielt inne und blinzelte die beiden an. Sie schwiegen.

»Also nicht? Egoisten!«

»Ach Marguérite!« schrie er plötzlich, und die Leidenschaft überwand seine künstliche Haltung. Das kleine Männchen zitterte am ganzen Leib. »Marguérite, du warst mir eine Gefährtin; du hast mit mir gelacht, wenn ich lachte, du hast meine Launen geduldig ertragen, und warst so sanftmütig und so innig und so verständnisvoll – – o pfui, wie ist mir’s jetzt so öde! Äh!«

Er setzte sich, stützte den Kopf auf und kratzte mit der andern Hand im Barte.

Da sah er plötzlich auf.

»Ich kenne eure deutschen Verhältnisse nicht mehr so recht,« hub er an. »Wer von euren Spießbürgern, ich meine die Professorenseelen und Staatsmänner und so weiter, wer ist denn da besonders populär wegen seines makellosen Rufes, humaner Gesinnung, kurz ein recht braver guter Ehrengreis?«

»Ich wüßte im Moment nicht – warum fragst du?«

»Den müßte man umbringen,« sagte er lächelnd.