Und nun will ich die gesicherten nackten Tatsachen aufstellen, die uns etwas angehn; zwischen diesen Grundpfeilern darf und soll die Phantasie arbeiten, die vom Dichter, seinen Werken aus fühlen, nicht aber Tatsachen erdichten soll.
Eine kleine Landstadt — Fluß, Felder, Wiesen, Wälder. Ländliches, zunftmäßiges Handwerk; die Gemeindeverfassung ganz mittelalterlich.
Was der junge William trieb, wissen wir nicht. Gerüchte allerlei Art besagen nur, was wir uns sowieso denken müssen: daß eine glühende Jugendnatur in der Enge wild und schäumend wurde.
Für das Gerücht von der Wilddieberei und den Konflikten mit dem Gutsherrn gibt es tatsächliche Anhaltspunkte: da muß etwas dran sein.
Etwa 18½ Jahre alt heiratet William Shakespeare; eilig, mit nur einmaligem Aufgebot und besonderer Erlaubnis des Bischofs. Die erfolgt November 1582; Mai 1583 ist das erste Kind da, die Tochter Susanna. Shakespeares Frau, Anna Hathaway, ist acht Jahre älter als er: 18:26.
Daß es da stürmisch, unregelmäßig herging, ist sicher.
Zwei Jahre darauf, 1585, gibt es Zwillinge: der Sohn Hamnet, der dann als Elfjähriger in Stratford starb, die Tochter Judith.
Von 1592 an ist Shakespeare in London als Schauspieler und Theaterdichter bekannt.
Wann er dahin gekommen ist, ob er einfach ausgerissen ist, wann er mit Dichten anfing, wo er die Bildung her hatte, die sich von allem Anfang an zeigt: nichts von alledem wissen wir; in nichts ist unsre Phantasie behindert; keine Tatsächlichkeit stellt uns vor eine Unmöglichkeit oder Unwahrscheinlichkeit.