In der Tat ist das Grab nie geöffnet worden, obwohl die Shakespeareforscher und Kuriosen immer wieder Lust dazu verspürten und die arme kranke Miß Bacon es jahrelang umkreiste und dort die Lösung des Rätsels suchte.
Und nun, wo in diesen kahlen Umrissen eines Lebens so unendlich viel Platz ist, atmen wir einmal auf, denken wir einen Augenblick an den unsäglichen Reichtum von Lebendigkeit aus Zeiten und Schicksalen in den Werken dieses Dichters, hören wir eine Stimme aus einer der Tragödien.
Bürger Roms, leidenschaftlich aufgepeitschte wollen wir sein, eben ist der große Cäsar ermordet worden, Antonius steht auf dem Forum über dem Leichnam und ruft in die Menge:
„Seht hier dies Pergament mit Cäsars Siegel,
Ich fand’s bei ihm, es ist sein letzter Wille.
Vernähme nur das Volk dies Testament,
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Sie gingen hin und küßten Cäsars Wunden — —“
Wie hat dieser Shakespeare die Größe, die Gehobenheit, die Erhabenheit des gebietenden, des über seinen Tod hinaus wirkenden Mannes immer wieder gedichtet, gepriesen!
Wie hat er selbst, in der großen Stimmung, wenn er zu dem Freunde sprach, hie und da immer wieder sich der Unsterblichkeit seiner Zeilen versichert!