Muß auch mein Freund ein Knecht der Knechtschaft sein?“

Und:

„Er ging von mir; du hast statt Eines Zwei;

Er zahlt das Spiel, und doch bin ich nicht frei.“

Und wie Antonius im Wutausbruch die zweideutige Geliebte wie eine Dirne behandelt, so hören wir auch den Sonnettendichter Shakespeare selbst seine Liebste „the wide world’s commonplace“, den gemeinsam-gemeinen Jedermanns-Ort schelten.

Dann aber wird dieses Zwiefache, in dem jeder der drei Menschen steht, wo sie zu dreien einen Reigen, einen Totentanz bilden, in dem jeder den andern an der Hand hält, und ihre Plätze immer neu tauschen, wie programmatisch auf die Höhe des ewigen Kriegs zwischen Seele und Leib, zwischen irdischer und himmlischer Liebe gehoben:

„Zwei Lieben hab’ ich, die mein Trost und Bangen,

Die wie zwei Geister üben ihre Macht.

Der gute Geist ein Mann in Schönheitsprangen,

Ein Weib der böse, dunkel wie die Nacht.