Der Umstand, daß sie ihr Gepäck zur Bahn vorausgeschickt hatte, statt den Hotelwagen zu benutzen, brachte ihn auf den Gedanken, sie müsse einen Besuch bei irgend jemand geplant haben.

Aber bei wem — und in so später Stunde noch?

Plötzlich fiel ihm ein, daß sie Sephardi ans Herz gelegt hatte, er möge ja nicht vergessen, nach Swammerdam zu sehen.

Der alte Schmetterlingssammler wohnte am Zee Dyk — einem Verbrecherviertel, wie aus dem Zeitungsbericht über den Mord deutlich hervorging. — Ja! Nur dorthin konnte sie sich gewandt haben.

Ein kalter Schauer überlief Hauberrisser, als ihm all die gräßlichen Möglichkeiten durch den Kopf schossen, die ihr unter dem Hafengelichter dieser verrufenen Gegend drohten.

Er hatte von Spelunken gehört, in denen Fremde ausgeraubt, ermordet und durch Falltüren in die Grachten geworfen worden waren; — das Haar sträubte sich ihm, wenn er daran dachte, Eva könne es vielleicht ähnlich ergangen sein.

Im nächsten Augenblick sauste das Automobil über die Openhavenbrücke zur Nikolaskirche und hielt.

Man könne in die engen Gassen des Zee Dyk nicht hineinfahren, erklärte der Chauffeur, — der Herr möge sich in die Schenke „Zum Prins van Oranje“ bemühen — er deutete auf einen Lichtschein — und sich beim Wirt nach der gewünschten Adresse erkundigen.

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Die Tür der Spelunke stand weit offen, Hauberrisser stürzte hinein; das Lokal war leer bis auf einen Mann, der hinter dem Schanktisch stand und ihn heimtückisch musterte.