In der Ferne erscholl wüstes Geheul wie von einer Rauferei.

Herr Swammerdam wohne im vierten Stock, bequemte sich der Wirt zu verraten, nachdem er ein Trinkgeld bekommen hatte, und leuchtete widerwillig die halsbrecherische Stiege hinauf.

„Nein, Fräulein van Druysen ist seitdem nicht mehr bei uns gewesen,“ sagte der alte Schmetterlingssammler kopfschüttelnd, als ihm Hauberrisser in fliegender Eile seine Besorgnisse vortrug; er war noch nicht schlafen gegangen und vollkommen angezogen.

Eine einzige, fast schon herabgebrannte Talgkerze auf dem leeren Tisch und sein gramerfülltes Gesicht verrieten, daß er stundenlang im Zimmer gesessen und über das furchtbare Ende seines Freundes Klinkherbogk nachgesonnen haben mochte.

Hauberrisser faßte seine Hand: „Verzeihen Sie, Herr Swammerdam, daß ich Sie mitten in der Nacht überfalle und — und so gar keine Rücksicht auf Ihren Schmerz nehme; — ja, ich weiß, welcher Verlust Sie betroffen hat“ — brach er ab, als er die erstaunte Miene des Alten bemerkte — „ich kenne sogar die näheren Umstände; Doktor Sephardi hat sie mir heute erzählt. Wenn es Ihnen recht ist, sprechen wir später ausführlich darüber; jetzt bin ich halb wahnsinnig vor Angst um Eva. Was, wenn sie wirklich zu Ihnen gehen wollte und unterwegs überfallen wurde und — und — um Gotteswillen, es ist ja nicht auszudenken!“

Er sprang, außer sich vor Unruhe aus dem Sessel auf und lief im Zimmer hin und her.

Swammerdam dachte eine Weile angestrengt nach, dann sagte er zuversichtlich:

„Bitte, fassen Sie meine Worte nicht als leeren Trost auf, Mynheer; — Fräulein van Druysen ist nicht tot!“

Hauberrisser fuhr herum. „Wieso wissen Sie das?“ Der ruhige, feste Ton des alten Mannes nahm ihm — er wurde sich nicht klar, warum — einen Stein vom Herzen.

Swammerdam zögerte einen Moment mit der Antwort.